Allergische Reaktionen – Arten, Gefahren und Behandlung
Tränende und juckende Augen, eine Nase die ständig verstopft oder durchgehend läuft – viele Menschen leiden unter Heuschnupfen. Der Allerweltsbegriff beschreibt eine allergische Erkrankung, meist durch Staub, Pollen oder Tierhaare verursacht, die sich hauptsächlich an den Schleimhäuten (Augen, Nase) manifestiert. So lästig Heuschnupfen auch ist, in den allermeisten Fällen handelt es sich um eine ungefährliche Erkrankung. Andere Allergiereaktionen können hingegen im schlimmsten Fall den Tod bedeuten, falls keine schnelle medizinische Behandlung erfolgt.
Fehl-Reaktion der Immunabwehr
Grundsätzlich entstehen allergische Reaktionen durch eine Fehl-Reaktion der köpereigenen Immunabwehr. Weiße Blutkörperchen, Zellen die uns gegen Viren und Bakterien schützen, reagieren auf ungefährliche Reize der Umwelt (z.B. Pollen, Medikamente, Bienenstiche) mit Überaktivität. Die Zellen produzieren dann Botenstoffe, also Stoffe die verschiedene Körperkreisläufe verändern. So entsteht beispielsweise die laufende Nase, ein roter, juckender Ausschlag oder ein Asthma-Anfall. Erschreckend kann eine Allergie mit Qunicke-Ödem aussehen, hierbei schwellen Teile des Gesichts wie Lippen oder Zunge auf bis zu 5-fache Größe an. Im schlimmsten Fall, im allergischen Shock, versagt der Blutkreislauf des Körpers, wodurch Organe wie Herz und Hirn keinen Sauerstoff mehr erhalten und der Tod eintreten kann.
Auslöser für allergische Reaktionen im Überblick
Mögliche Auslöser für allergische Reaktionen gibt es viele. Mit am häufigsten reagiert der Körper auf Pollen bzw. Hausstaub, auf Bienengift oder Medikamente wie z.B. das Antibiotikum Penicillin. Doch Medizinern begegnen auch seltenere Allergie-Formen, die für den Kranken nicht offensichtlich zu erkennen sind. Die Immunabwehr des Körpers kann z.B. nach einer schweren Erkältung einen Angriff auf die eigenen Nieren beginnen. Einige Erkrankungen werden durch allergische Reaktionen verursacht, deren Ursachen noch nicht bekannt sind. Immunzellen bilden dann Antikörper, die nicht Bakterien, sondern die Schilddrüse, die Lunge oder die Blutgefäße angreifen und schädigen.
Kriterien für Allergiereaktionen
Mediziner unterteilen die Vielzahl allergischer Reaktionen nach unterschiedlichen Kriterien in 4 große Untergruppen. Zur 1. Gruppe zählen Allergien wie Heuschnupfen, Bienenallergie, Nesselsucht oder der allergische (anaphylaktische) Shock. In der 2. Gruppe sind seltene Erkrankungen zusammengefasst, in deren Rahmen Antikörper eigene Organe schädigen. Als Beispiel die Hashimoto-Schilddrüsen-Entzündung oder die Basedow-Krankheit. Die 3. Gruppe beschreibt Erkrankungen wie den systemischen Lupus oder die verspätete Reaktion auf Bluttransfusionen. In der 4. und letzten Gruppe finden sich verzögerte allergische Reaktionen wie die Nickel-Allergie. Bei einer verzögerten Allergie hat der Körper einige Zeit Kontakt zum Auslöser (z.B. Nickel im Uhren-Armband oder Chrom im Leder der Sandalen) und reagiert schließlich mit einem roten Ausschlag, der sich nur an der Kontaktstelle mit dem Auslöser findet.
Behandlung für allergische Reaktionen
So unterschiedlich die allergischen Reaktionen sind, ihre Behandlung basiert auf einem einheitlichen Konzept. Da es sich um Überreaktionen des Immunsystems gegen den eigenen Körper handelt, werden Allergien durch Beruhigung des Immun-Systems behandelt. Oft wird der körpereigene Stoff Cortison angewandt, ein Hormon, das in den Nebennieren gebildet wird. Es hemmt die Aktivität weißer Blutkörperchen und wird z.B. als Salbe für Ausschlag, als Spray für Asthma oder als Tablette für Lupus-Kranke eingesetzt. Leichtere Formen allergischer Reaktionen lassen sich mit Medikamenten behandeln, die die Produktion bestimmter Botenstoffe blockieren. So wird z.B. Histamin-Produktion durch Cetirizin oder Loratadin gehemmt, damit kann Heuschnupfen behandelt werden.
Im Falle einer schweren allergischen Reaktion müssen solche Medikamente in hoher Dosis verabreicht werden. Bestehen Atemprobleme oder versagt der Kreislauf wird auch Adrenalin gegeben. Menschen mit bekannten schweren Allergien auf bestimmte Auslöser wie z.B. Bienenstiche, tragen oft einen stift-ähnlichen Injektor bei sich, mit dem sie sich im Falle einer drohenden Allergie selbst wichtige Medikamente verabreichen können.
Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Allergien besteht in der Umgewöhnung des Immunsystems, medizinisch Hyposensibilisierung genannt. Dabei werden dem Allergiker zunächst kleine und in großen zeitlichen Abständen dann immer größere Mengen des Allergie-Reizes verabreicht, so dass der Körper sich an diesen gewöhnen soll. Diese Therapie kann nur bei wenigen, spezifischen Allergien versucht werden, meist bei Reaktionen auf Bienenstiche oder Pollen.